
Foto: Shendl Copitman
Mark Kovnatskiy Ensemble
Mark Kovnatskiy Ensemble: Die Zukunft der jiddischen Tradition
Gegründet im Jahr 2024, verkörpert dieses Ensemble Mark Kovnatskiys Vision einer lebendigen, schöpferischen jiddischen Musik. Während sich viele Musiker heute in staubigen Archiven auf die Suche nach vergessenen Melodien verlieren, setzt Kovnatskiy mit seinen Eigenkompositionen ein klares Zeichen für das Neue. Seine Werke—tief verwurzelt in klezmerischen, chassidischen, moldauischen, ukrainischen und nahöstlichen Traditionen—bilden das Herzstück dieses Projekts.
Die Philosophie: Tradition als Fundament, nicht als Endziel
Bei allem Respekt vor dem musikalischen Erbe der Vergangenheit ist Kovnatskiy fest davon überzeugt, dass eine ausschließliche Konzentration auf das Gestern den Weg in die Zukunft versperrt. Seine Philosophie ist klar: Man kann nicht vorwärts gehen, wenn man ständig nur zurückschaut. Die Leitidee dieses Projekts ist daher nicht die Ablehnung des Alten, sondern das Erschaffen von Neuem durch das Prisma eines tiefen Traditionsbewusstseins.
Die Besetzung vereint eine internationale Elite der World-Music-Szene: Neben Kovnatskiy wirken Koryphäen wie Dr. Alan Bern (Leiter des Festivals Yiddish Summer Weimar), profilierte Mitglieder der Band Dobranotch sowie der Hamburger Jazz-Kontrabassist Axel Burkhardt mit. Diese unterschiedlichen musikalischen Biografien verschmelzen durch die gemeinsame Beherrschung der jiddischen Tonsprache und die Kunst der spontanen Improvisation. Mit Auftritten beim Yiddish Summer Weimar sowie auf Festivals in Deutschland und Dänemark beweist das Ensemble eindrucksvoll, dass jiddische Musik keine Museumskunst ist, sondern eine pulsierende Gegenwart hat.
„Di Naye Yidishe Melodyes“: Ein neuer Kanon jiddischer Musik
Das Konzertprogramm „Di Naye Yidishe Melodyes“ (Neue jiddische Melodien) ist ein eindrucksvoller Beleg für Mark Kovnatskiys schöpferische Kraft. Es präsentiert ausschließlich Eigenkompositionen, die die Grenze zwischen ehrwürdiger Tradition und zeitgenössischer Kunstfertigkeit überbrücken. Durchdrungen vom Geist klezmerischer, chassidischer, moldauischer und ukrainischer Tonsprachen, stellen diese Werke eine lebendige Fortführung des osteuropäischen jüdischen Erbes dar.
Bereits 2004 legte Kovnatskiy den Grundstein für sein kompositorisches Schaffen, das seit 2018 in eine besonders produktive Phase mündete und 2020 in diesem exklusiven Konzertprogramm gipfelte. Die internationale Resonanz ist wegweisend: Seine Melodien haben längst Einzug in das Repertoire weltweit führender Ensembles gefunden – von Mitgliedern der San Francisco Symphony (USA) und der Neuen Philharmonie Westfallen (DE) bis hin zu Virtuosen wie Steven Greenman (USA) sowie Formationen wie Klezmer Loshn (FRA) und dem Dreydel Orchestra (JPN). Dieses Programm bietet Veranstaltern und Publikum die seltene Gelegenheit, die Geburtsstunde einer „neuen Tradition“ mitzuerleben, geformt von einer der maßgeblichen Stimmen des Genres.
Besetzung:
Mark Kovnatskiy – Violine, Gesang, Kompositionen, musikalischer Leiter
Alan Bern – Klavier, Akkordeon
Mitya Khramtsov – Violine, Gesang
Axel Burkhardt – Kontrabass
Evgenii Lizin – Schlagzeug, Xylophon, Poyk, Perkussion